Wichteltür und Wichtelstreiche: Ideen aus 5 Jahren mit Wichtel Liebling

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Seit fünf Jahren zieht bei uns jedes Jahr zur Weihnachtszeit ein ganz besonderer Mitbewohner ein: Wichtel Liebling. Er wohnt hinter einer kleinen Wichteltür, spielt uns Streiche und sorgt dafür, dass die Jungs morgens schneller aus dem Bett kommen als sonst im ganzen Jahr.

In diesem Beitrag zeige ich dir, wie unsere erste Wichteltür entstanden ist, welche Streiche Wichtel Liebling schon angestellt hat, welche Aufgaben er den Jungs stellt und was passiert, wenn die Kinder irgendwann größer werden.

Was ist ein Wichtel eigentlich?

Die Tradition stammt aus Skandinavien und ist in den letzten Jahren auch bei uns in Deutschland immer beliebter geworden. Meist ab dem 1. Dezember zieht ein kleiner Wichtel ein. Sein Zuhause ist eine Mini-Tür, die an einer Wand oder Fußleiste steht. Den Wichtel selbst sieht man nie, nur das, was er nachts anstellt: kleine Streiche, Briefe oder Überraschungen vor seiner Tür. Am Heiligabend zieht er dann wieder aus.

Unsere erste Wichteltür: selbst gebastelt

Unsere allererste Wichteltür habe ich selbst gebastelt, und damals war das noch ein richtiges Erlebnis. Du brauchst dafür nur ein paar Dinge aus der Natur und dem Bastelschrank:

  • ein Stück gebogenen Ast für den Türbogen und zwei gerade Zweige für die Seiten
  • Eisstiele* für die Tür
  • rote* und goldene* Bastelfarbe
  • eine Eichel als Lampe
  • einen kleinen runden Knopf als Türknauf
  • Bastelkleber oder eine Heißklebepistole* (die bleibt bei uns Erwachsenensache)

So geht’s:

  1. Die Eisstiele rot anmalen und trocknen lassen.
  2. Die Eisstiele dicht nebeneinanderlegen und mit zwei quer aufgeklebten Eisstielen verbinden. So entsteht eine richtige Brettertür, und die runden Enden sehen unten besonders schön aus.
  3. Den gebogenen Ast und die beiden Seitenzweige gold anmalen und als Rahmen um die Tür kleben.
  4. Die Eichel gold anmalen, den Hut braun lassen, und sie so an das Ende des Astes hängen, dass sie wie eine kleine Laterne herabhängt.
  5. Den Knopf als Türknauf aufkleben. Fertig ist das Zuhause für deinen Wichtel.

Wohin mit der Wichteltür?

Unsere erste Wichteltür stand nicht an der Wand, sondern gut versteckt in einem Schrank. Denn damals hatten wir noch einen Hund. Der war zwar nur kniehoch, aber für einen kleinen Wichtel wirkt so ein Hund wie ein riesiges Monster. Und wer weiß schon, wo sich ein Hund nachts so herumtreibt? Im Schrank war Wichtel Liebling jedenfalls sicher.

Wenn du also ein Haustier hast: Such deinem Wichtel ein geschütztes Plätzchen, zum Beispiel in einem Regal, auf der Fensterbank oder eben im Schrank. Das schützt nebenbei auch die Tür und das Zubehör vor neugierigen Pfoten und Schnauzen.

Wenn du keine Zeit zum Basteln hast: Es gibt auch fertige Wichteltür-Sets* und passendes Wichtel-Zubehör* wie eine Fußmatte, kleine Tannenbäume oder eine Laterne, so wie bei uns. Damit ist die Tür in wenigen Minuten aufgebaut.

Wie Wichtel Liebling unsere Familie verbindet

Mein Freund und ich sind seit dreieinhalb Jahren zusammen. Als seine beiden Jungs zum ersten Mal die Weihnachtszeit bei uns erlebt haben, hat mein Sohn ihnen voller Stolz erzählt, dass bei uns ein Wichtel wohnt.

Und er hat immer ganz ernst betont: Man darf nicht an die Wichteltür klopfen. Sonst bekommt Wichtel Liebling Angst und kommt nicht mehr heraus.

Ich finde, genau solche kleinen Rituale machen eine Familie aus, egal wie sie zusammengewachsen ist.

Unsere liebsten Wichtelstreiche

Wichtel Liebling hat in den letzten Jahren einiges angestellt. Das sind die Streiche, über die bei uns am meisten gelacht wurde:

Der Weihnachtsbaum im Klopapier-Look

Eines Morgens stand unser Weihnachtsbaum komplett in Klopapier eingewickelt im Wohnzimmer. Dieser Streich ist schnell gemacht und sorgt garantiert für große Augen.

Die vertauschte Zahnpasta

Wichtel Liebling hat die Zahnpasta gegen eine Tube Süßigkeiten-Zahnpasta ausgetauscht. Die Überraschung beim Zähneputzen war riesig.

Zusammengebundene Schnürsenkel

Ein Klassiker: Alle Schuhe im Flur waren an den Schnürsenkeln zusammengebunden. Wer morgens schnell los wollte, musste erst einmal Knoten lösen.

Versteckte Schulsachen

Auch die Schulsachen hat Wichtel Liebling schon versteckt. Mein Tipp: Diesen Streich nur an einem Morgen machen, an dem genug Zeit zum Suchen bleibt, damit aus Spaß kein Stress wird.

Aufgaben und Briefe von Wichtel Liebling

Wichtel Liebling spielt nicht nur Streiche. Manchmal liegt morgens auch ein kleiner Brief vor seiner Tür, mit einer Aufgabe für die Jungs. Das sind unsere liebsten:

  • „Male ein Bild von mir.“ Da niemand den Wichtel je gesehen hat, sieht jedes Bild anders aus, und genau das macht den Spaß aus.
  • „Hilf deiner Mama heute beim …“ Eine kleine Aufgabe im Haushalt, die plötzlich viel lieber erledigt wird, wenn der Wichtel darum bittet.
  • „Backe mir Plätzchen und stell sie mir mit einem Glas Milch vor die Tür.“ Am nächsten Morgen waren die Plätzchen weg und überall lagen Krümel. Dieser Moment gehört zu unseren schönsten Wichtel-Erinnerungen.
  • „Sammle Naturmaterialien und bastle etwas daraus.“ Ein Grund, gemeinsam an die frische Luft zu gehen. Aus Zapfen, Zweigen und Eicheln entstehen dann kleine Kunstwerke für den Wichtel.

Und manchmal schreibt Wichtel Liebling auch ganz persönliche Briefe: mit Lob für das, was gut gelaufen ist, und mit Nachrichten, die Mut machen und stärken. Diese Briefe sind für mich fast das Schönste an der ganzen Wichtelzeit. Denn ein Lob vom Wichtel wirkt oft ganz anders als eins von Mama.

Mein Tipp: Die Briefe passen auf einen kleinen Zettel und dürfen gern in winziger Schrift geschrieben sein. So sehen sie aus, als hätte sie wirklich ein Wichtel verfasst.

Die Wichteltür mit größeren Kindern: Wenn die Magie nachlässt

Ach, war das schön, als diese Magie noch voll funktioniert hat. Heute weiß mein Sohn, dass hinter der Tür nichts ist.

Und trotzdem macht er immer noch mit. Jeden Morgen schaut er nach, was Wichtel Liebling angestellt oder vor seine Tür gelegt hat, und freut sich darüber.

Wenn du dich also fragst, ob sich die Wichteltür noch lohnt, wenn die Kinder größer werden: Bei uns auf jeden Fall. Das Ritual bleibt, auch wenn sich der Zauber verändert. Und die Großen genießen es oft, für die Jüngeren das Geheimnis zu bewahren.

Unsere Tipps für die Wichtelzeit

  • Nicht jeden Tag ein großer Streich: Manchmal reicht eine kleine Kleinigkeit vor der Tür.
  • Ideen sammeln: Eine kleine Liste mit Streichen und Überraschungen vor dem 1. Dezember spart abends viel Kopfzerbrechen.
  • Streiche ohne Stress: Alles, was morgens Zeit kostet, lieber auf Tage legen, an denen es nicht eilig ist.

Mein Fazit

Eine Wichteltür muss weder perfekt noch teuer sein. Unsere erste war aus einem Ast, ein paar Eisstielen und einer goldenen Eichel, und sie hat die Jungs genauso verzaubert wie jede gekaufte Tür.

Was zählt, sind die Momente: die großen Augen am Morgen, das Lachen über den Klopapier-Baum und ein Ritual, das eine Familie zusammenbringt.

Ich wünsche dir eine zauberhafte Wichtelzeit!

Frische Grüße Tamara